Redebeitag von der Friedel54 im Exil

Unser Kiezladen in der Neuköllner Friedelstr. 54 wurde Ende Juni 2017
geräumt. Über 700 Bullen und 38 Zivilbeamte waren im Einsatz und räumten
brutal eine 150-köpfige Sitzblockade. Wir möchten uns an dieser Stelle
noch einmal bei allen Unterstützer*innen bedanken, die uns am Tag der
Räumung und in der Zeit davor so stark untersützt haben.
Trotz der brutalen Räumung gibt es uns, das Friedel Kollektiv immer
noch! Wir streiten weiter als Friedel im Exil. An verschiedenen Orten
und in verschiedenen Räumen gibt es nun kostenlose Mietrechtsberatungen,
Essen gegen Spende, Tresenabende und Info-Veranstaltungen, zum Beispiel
zu Gentrifizierung, Antifaschismus oder Selbstorganisation.
Auch wenn uns unser Raum genommen wurde, haben wir in diesem Kampf viel
gewonnen. Wir sind als Kollektiv zusammen gewachsen und konnten
Solidarität erleben. Wir konnten fast ein Jahr mietfrei arbeiten,
kochen, diskutieren und feiern. Wir konnten der Hausgemeinschaft Platz
bieten für ihren Kampf gegen Mieterhöhungen und ungewollte
Modernisierung. Wir konnten weitere Menschen und Hausgemeinschaften
motivieren zu kämpfen und sie dabei unterstützen. Wir konnten viel
Wissen und Erfahrung sammeln, die wir nun gerne weitergeben.
Für uns ist dieser Kampf nicht vorbei. Er geht jeden Tag weiter!

In nächster Zeit werden wir weiter vor unserem alten Kiezladen
Veranstaltungen machen. Vor der Friedel54 ist nun die Unvermietbar – und
der Name ist Programm.
Am 14.April werden wir uns an der Demo „WIDERSETZEN – Für eine
solidarische Stadt, gegen hohe Mieten und Verdrängung“ beteiligen. Im
Vorfeld wird es eine Aktionswoche unter dem Motto „ZUSAMMENSETZEN“
geben. Wir fordern alle auf, euch kreativ in diese Aktionswoche im April
einzubringen. Kommt zur Kiezversammlung am kommenden Dienstag um 19.30
Uhr ins SO36 und informiert euch.
Vertreiben wir nicht nur Google aus dem Kiez, sondern alle
Eigentümer*innen und Verdrängungsprofiteure! – Nicht nur aus unseren
Vierteln, sondern aus unseren Leben!

Unsere letzten Worte sind Worte der Wut, Trauer und Hoffnung und viel zu
wenig um auszudrücken, was passiert:

Es ist Wut über den deutsch-türkischen Angriffskrieg in Nordsyrien. Die
deutschen Gewehre und Panzer, die gegen die Revolution in Afrin gewendet
werden.
Es ist Trauer um alle Genoss*innen, die Opfer dieser faschistischen und
zynisch-kapitalistischen Morde wurden.
Und es ist Hoffnung, dass der Kanton Afrin standhält, wie vor zwei
Jahren Kobane. Hoffnung, dass die Revolution in Kurdistan überlebt und
uns inspirieren kann.


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