ACHSE DES BÖSEN – GOOGLE UND DAS MILITÄR

Auch wenn Google als Begriff in aller Munde ist, ist den wenigsten bekannt, dass sich dahinter einer der weltgrößten Konzerne verbirgt, der sein Geld vor allem mit der Sammlung und Auswertung persönlicher Daten, mit Überwachtungstechnik, aber auch in diversen anderen Feldern, etwa in der Zusammenarbeit mit dem Militär, verdient. So ist Eric Schmidt, der zunächst jahrelang CEO bei Google und anschließend bis Januar 2018 CEO bei Googles Mutterunternehmen Alphabet war, Vorsitzender des Defensive Innovation Board. Google-Manager Milo Medin ist Mitglied des Beirats. Die 2016 vom Pentagon gegründete Organisation hat die Aufgabe, das Kriegsministerium in Sachen technische Innovationen zu beraten und die Innovationskraft des Silicon Valley auf die Streitkräfte zu übertragen.

Projekt Maven
Anfang 2018 wurde durch einen offenen Brief von Google-Mitarbeiter_innen bekannt, dass Google an einem Projekt beteiligt ist, das gezielte Tötungen des US-Militärs durch Kampfdrohnen verbessern soll. Hinter dem Decknamen Project Maven verbirgt sich eine Kooperation des US-amerikanischen Kriegssministeriums mit Google. Das auch als „Algorithmic Warfare Team“ bekannte Projekt soll seit 2017 die Nutzung von Big Data und Machine Learning für die Kriegsführung voranbringen. Google hat in den letzten Jahren enorme Expertise im Bereich der Künstlichen Intelligenz entwickelt und soll dabei helfen, durch automatisierte Bilderkennung die Zielsteuerungsmechanismen von Kampfdrohnen im Feld zu verbessern.
In ihrem Brief forderten ca. 4000 Google-Mitarbeiter_innen, diese Zusammenarbeit sofort zu beenden. Diese Forderung wurde nicht erfüllt. Stattdessen, als einige Mitarbeiter_innen aus Protest kündigten, strich Google ersatzlos sein inoffiziellen Firmenmotto „Don‘t be evil – Tu nichts böses“. Mittlerweile wurde von Seiten Googles verlautbart, dass das Project Maven nach Vertragsende 2019 nicht verlängert wird. Insofern hatte der Protest der Mitarbeiter_innen Erfolg.

Militärische Digitalisierung made by Google
Dass Google dennoch weiter an militärischen Anwendungsmöglichkeiten arbeitet, machte der derzeitige Google-CEO Sundar Pichai Anfang Juni 2018 klar, als er die Prinzipien Googles für die Entwicklung sogenannter künstlicher Intelligenz (KI) veröffentlichte. Als Reaktion auf die Proteste gegen das Project Maven wird darin erklärt, dass Google keine KI-Anwendungen für Waffen oder andere Technologien entwickeln wolle, die direkt dazu eingesetzt werden können, Menschen zu töten oder zu verletzen. Auf allen anderen Gebieten wird Google auch weiterhin mit dem Militär zusammenarbeiten und die Zusammenarbeit wahrscheinlich noch ausweiten.
Googles Kooperation mit dem Militär hat das Potential, die moderne Kriegsführung grundlegend zu verändern. Ein Projekt wie Maven wird zwar alleine keinen Krieg entscheiden. Maven wird aber eine graduelle Entwicklung hin zu automatisierten und autonomen Waffensystemen einleiten: Die Kriege der Zukunft werden automatisierte Kriege sein. Auch wenn sich Google aus dem Project Maven zurückzieht, hat Google angekündigt, weitere KI-Anwendungen im militärischen Bereich zu entwickeln. Die strikte Trennung tödlicher und nicht-tödlicher Anwendung ist dabei genauso künstlich wie die Intelligenz der Anwendungen.
Wer Google als normalen Arbeitgeber sieht, wird an dieser Entwicklung teilhaben. Deshalb:

Dont‘t be evil – don‘t work for Google

(Text als Flyer )


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