Demo am 01.09.18: Aufruf von „Zwangsräumungen verhindern!“

Das Bündnis „Zwangräumungen verhindern!“ hat einen eigenen Aufruf für die Demonstration am 01.09.18, 14 Uhr Oranienplatz geschrieben.

„Google will in unsere Nachbarschaft ziehen – in das Umspannwerk in der Ohlauerstraße oben am Kanal in dieses Backsteingebäude. Viele Nachbar*innen laufen bereits Sturm dagegen. Aber ist Google wirklich so gefährlich? Kann meine Suchmaschine gefährlich für mich werden, wenn sie in meiner Nachbarschaft wohnt?

Google steht für ein Prinzip: das Prinzip der Vermarktung von Kreativität. Man nehme Räume biete sie jungen Menschen an und nennt das Start up. Was nach einer Starthilfe klingt, ist aber nur wie eine Melkgenehmigung für eine Kuh, weil man ihr die Spielwiese bietet. Gute Ideen bringen Profite und diese schöpft Google ab, indem sie „Kreativräume“ ermöglicht. Was als Partnerschaft und Entwicklungshilfe daher kommt, ist in Wahrheit eine Vereinnahmung unter monopolistischen Googlebedingungen. Und wenn die Raupe Profit sich in unserem Kiez erst einmal eingenistet hat, dann frisst sie sich dumm und dämlich bis nichts mehr übrig ist von uns.

Ein Beispiel aus der Praxis des Bündnisses Zwangsräumung verhindern. Der Begründer von TRIVAGO – ein Hotelvergleichsportal, das dir das Gefühl gibt, du buchst immer das Schnäppchen – ist damit so reich geworden, dass er sein Geld in Immobilien angelegt hat. In einer Wohnung steht nun eine Zwangsräumung an, weil die Mieter Mietminderung wegen kaputter Heizung und anderer Mängel geltend machten. Die Hausverwaltung nahm das zum Anlass für eine fristlose Kündigung wegen angeblicher Mietschulden. Das Gericht folgte dem Anliegen des Eigentümers, weil aus der Sicht des Richters die Miete noch vergleichsweise gering war und dafür eben keine funktionierende Wohnung zu haben sei. Nun droht der Familie die Zwangsräumung, der Mann todsterbenskrank. Aus Rente und prekärer Beschäftigung wird keine Wohnung weit und breit zu finden sein. Die Anzahl wohnungsloser Familien nimmt seit einiger Zeit rasant zu. In Düsseldorf titelte die Wirtschaftswoche „Trivago-Gründer gehen an die Börse. Mit Happiness nach New York“ Für die Mieter aber heißt das, mit Hilfe der Polizei auf die Straße. Aber genau dagegen stehen wir auf und werden zur Blockade der Zwangsräumung mobilisieren – achtet auf Ankündigungen.

…und Google? Wo ist die nächste Aktion? – Lass mal googlen!

Richtig, wir alle sind gefangen in den widersprüchlichen Strukturen, die aus jedem Bedürfnis Profite schlagen und dennoch natürlich praktisch sind. Das Internet war eine Revolutionierung unserer Vernetzung. Aber unter kapitalistischen Bedingungen, in denen einige Wenige immer reicher werden und um des Profitwillens viele andere Menschen einfach entsorgen wollen, liegt es an uns eben diese Verhältnisse neu zu gestalten. Wir haben nichts gegen Suchmaschinen und Internet, wir haben auch nichts gegen sanierte Wohnungen, aber immer dann wenn Ausbeutung und Zwangsräumung unser Leben dominieren will, stehen wir auf und sagen STOPP! Nicht mit uns.
Unsere Kreativität gehört uns, denn solidarische Nachbarschaften und lebendige Kieze sind unsere Zukunft.

Kommt auf die Straße und lasst Google wissen, was wir von ihnen halten.

Route der Demonstration: Oranienplatz – Adalbertstraße – Kotti – Kottbusser Straße – Kottbusser Damm – Weserstraße – Reuterplatz – Reuterstraße – Pflügerstraße – Friedelstraße – Ohlauer Straße“


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