„betterplace“: Wenn Waffenhändler die Welt besser machen wollen

Interessant im Zusammenhang mit einem der neuen Nutzer des Umspannwerks, der Plattform „betterplace“, ist sicher auch, dass „betterplace“ mit maßgeblicher Unterstützung u.a. des Daimler-Konzerns gegründet wurde, wie etwa noch mal in diesem alten „Zeit“-Artikel aus der Gründungsphase nachzulesen ist.

Nun ist Daimler bislang eher nicht so bekannt dafür, aus der Welt einen besseren Ort machen zu wollen, sondern eher für exzessiven Waffenhandel auch in Kriegs- und Konfliktgebiete.

„2016 exportierte Daimler fast ein Drittel mehr Militärfahrzeuge als im Vorjahr – auch an menschenrechtsverletzende Staaten. Das geht aus einer Antwort des Daimler-Vorstandes auf eine Frage der Kritischen Aktionäre in der diesjährigen Hauptversammlung hervor.

4.571 Militärlastkraftwagen (Vorjahr 3465) seien an 22 (Vorjahr 16) Staaten ausgeliefert worden, so Paul Russmann, Sprecher der Kritischen Aktionäre Daimler und Aufschrei-Sprecher. „Statt die Menschenrechte zu schützen, liefert der Konzern weiterhin Mercedes-Militär-Unimogs und Actros-Panzertransporter nach Algerien, Katar, Kuwait, Pakistan, Saudi-Arabien und an die Türkei. Dies sind Länder, in denen Menschenrechte mit Füssen getreten werden“, kritisiert Paul Russmann“ (Quelle).

Weitere Informationen finden sich etwa im Wikipedia-Artikel zu Waffenexporten. Und bereits 2008, als Daimler der neuen Plattform „betterplace“ so uneigennützig unter die Arme griff, was Daimler bereits seit Jahrzehnten einer der größten Waffenexport-Konzerne Europas.

Besonders absurd ist, dass der Gründer von „betterplace“ gerade von einem Aufenthalt mit dem Daimler-Konzern in Südafrika zurückgekommen war, als er beschloss, mit Daimler die Plattform „betterplace“ zu gründen. Daimler und Südafrika – war da nicht was? Richtig: Daimler war einer der stärksten Förderer des rassistischen Apartheid-Systems, und mache auch hier ausgezeichnete Geschäfte mit hohem Profit und Unterdrückung der Bevölkerungen.

Vielleicht geht es „better place“ ja wirklich ganz banal nur darum, das Image von beschissenen Drecks-Konzernen zu verbessern?

Aus dem oben verlinkten „Zeit“-Artikel:

Dann gibt es da noch das eigentliche Geschäftsmodell der Betterplace-Stiftung: Die Internetseite soll sich zukünftig dadurch rechnen, dass sie Unternehmen eine Plattform bietet, auf der diese ihr soziales Engagement sichtbar machen können. Sie können ein Unternehmensprofil über sich anlegen und dem Rest der Welt zeigen, für welche sozialen Projekte sie sich engagieren. Dafür müssen sie eine Gebühr von 50 Cent je Mitarbeiter und Monat an betterplace.org zahlen. „Unternehmen lassen wir überhaupt nur bei uns mitmachen, damit 100 Prozent der Privatspenden direkt weitergegeben werden können“, sagt Till Behnke. Er glaubt daran, mit der Plattform einem Bedürfnis der Unternehmen nachzukommen.


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