Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Neue Broschüre erschienen!

Keine guten Nachbarn: Google, Factory & Co.
Die vorliegende Broschüre ist ein Gemeinschaftswerk von NoGoogleCampus: engagierte Nachbar*innen aus Kreuzberg, Neukölln und Treptow sowie Aktive aus den Initiativen Lause bleibt, GloReiche Nachbarschaft und Bizim Kiez. Illustrationen von Lena Ziyal und Max Sauermoser.

Link zum PDF

Redebeitrag von Capulcu

Mit Spannung verfolgen wir die Entwicklung und den Kampf hier in Berlin.
Von den USA wissen wir, dass der technologische Angriff auf die
Lebensformen einer ganzen Gesellschaft aus Clustern organisiert wird -
Zusammenballungen von Unternehmen. Und hier sind es nicht nur die
zentralen Unternehmen, sondern auch die Sammelpunkte ihrer technischen
Intelligenz, aus dem die Angreifer und ihre Strategien erbrütet werden.
Ein solcher Sammelpunkt ist der neue Start-up Campus hier in Berlin.
Berlin hat den stärksten Cluster des gegenwärtigen Angriffs in
Deutschland, ein führender Cluster in Europa, mit der vitalsten
Start-up-Szene.

Von hier aus wird die deutsche, ja die europäischen Umgebung aufgerollt.
Er ist ein idealer Brückenkopfs der amerikanischen Unternehmen für die
Globalisierung ihres Angriffsprojekts. Hier werden die sozialen
Begleiterscheinungen des Angriffs, die Vertreibungen, die Verelendung,
die Entwertung von Menschen und Lebensformen die Jobzerstörung usw. am
schnellsten spürbar. Mich trifft es noch nicht, wird manche sagen. Noch
nicht wart’s nur ab. Oder besser: wart’s nicht ab. Verbünde dich dagegen
mit denjenigen, die jetzt schon oder noch nicht betroffen sind.

Jeder Google-Campus ist ein Stützpunkt, von dem der Angriff formiert
werden soll. Lasst es nicht dazu kommen. Sät Zweifel in die Herzen
derer, die von den Verlockungen der Macht und des neuen
Herrenmenschentums und seiner Geldrendite angezogen werden. Noch sind
sie ja abhängig von der Gesellschaft, die sie mit ihren Algorithmen
umpflügen wollen. Sie brauchen den gesellschaftlichen Reichtum ihrer
Umgebung, die Kommunikation mit ihr, das Vergnügen und die Lust, die nur
das nicht-technisch vermittelte menschliche Miteinander geben kann. Und
gleichzeitig müssen sie es mit den technologischen Waffen ihres Angriffs
zerstören, um die Armut ihrer neuen Welt zu verwirklichen und die
„schöpferische Zerstörung“ in Geld umzumünzen. Welche Welt? „Ich mach
Dir die Welt, so wie sie mir gefällt“, wird seine Programmatik im neuen
„Shitstorm“ in Reim gefasst. Aber die Welt, das sind wir. „Ich mach Dich
zurecht, und dann wirst Du mein Knecht!“ Danke, werd ich nicht.

Auch an anderer, unerwarteter Stelle formiert sich Widerstand: Im Cyber
Valley Tübingen, Reutlingen, Stuttgart. Amazons neuer Forschungsstandort
für künstliche Intelligenz in Tübingen sorgt für Ärger. Der Einstieg von
Amazon ins Geschäft mit der Gesundheit hat viele wachgerüttelt. Hier
sind sich Google und Amazon sehr ähnlich: Amazons Wissen um unsere
Gewohnheiten und Vorlieben, seine Fähigkeiten, dieses Wissen vermittels
künstlicher Intelligenz in Verhaltensprognosen zu gießen und nun auch
noch als Krankenversicherung inwertzusetzen – das lässt viele nicht
mehr „neutral“ auf diesen technologischen Angriff schauen.

Was bin ich? Was wird ich? Der Angriff rollt, der Kampf ist
unsausweichlich. Er wird uns nicht so lassen, wie wir jetzt sind. Wir
werden im Kampf gegen die Gewalt und die Armut der Algorithmen einen
Reichtum des gesellschaftlichen Miteinander entwickeln, wie ihn die
Geschichte noch nicht gekannt hat.

capulcu.blackblogs.org/

…und hier noch ein Radiomitschnitt zu der Buchvorstellung „Disrupt! Widerstand gegen den technologischen Angriff.“ von capucu…

Plakat-Reihe „Google informiert:“

Anlässlich unseres geplanten Google-Campus in Berlin-Kreuzberg möchten wir dich über unsere Absichten informieren.

Leider werden wir von vielen Anwohnerinnen und Anwohnern falsch verstanden. Ein breiter Protest gefährdet somit die Aufwertung Berlins und die guten Absichten unseres Unternehmens. Um mit Vorurteilen aufzuräumen und mit euch direkt in Dialog zu treten, wenden wir uns hiermit direkt an alle Kritikerinnen und Kritiker. Wir tun unser bestes – für Dich, für eine bessere Welt!

gefunden auf:
https://de.indymedia.org/node/19736

Neue Termine

siehe: Termine

Dienstag, 24.04.2018, 18 Uhr, vor dem Axel-Springer-Hochhaus (Axel Springer Str 65)
Kein Award für Ausbeutung – BILD belobt Bezos: wir stellen uns quer! Make amazon pay!

Montag, 23.04.2018, 16Uhr, NewYorck im Bethanien, Marieannenplatz 2b
Alghoritmische Kriegsführung: Google und das Militär

Montag, 16.04.2018, 16Uhr, Line206, Linien Str. 206
Start-Up War: Bundeswehr und Gründerszene

Samstag, 14.04.2018, 14 Uhr, Potsdamer Platz
„Google Campus & Co verhindern“ – Block auf der Demonstration
„WIDERSETZEN – Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn“

siehe: TOP-B3rlin

Freitag, 13.04.2018, 16:30Uhr, Oranienplatz
„Deliveroo Shame on you! Fahrraddemo

Montag, 09.04.2018, 16Uhr, NewYorck im Bethanien, Marieannenplatz 2b
Hybride Kriegsführung: Digitalisierte Landstreitkräfte

Freitag, 06.04.2018, 18 bis 19Uhr,
„Lärm Stunde“ vor dem geplanten Googlecampus

Freitag der 13. – Deliveroo, Shame on You!

Freitag 13.04.

source: https://deliverunion.fau.org/

Breaking: Deliveroo has been voted as the worst employer in the Arbeitsunrecht awards, for its union busting activities and contempt for workers rights!

Whenever a Friday falls on the 13th of the month Aktion ./. arbeitsunrecht prepares a vote for the worst employer award and this time Deliveroo won! The prize? A state wide day of action against Deliveroo.

In Berlin we are starting the “Deliveroo shame on you” bicycle demo on Friday the 13th April at 16.30 at Oranienplatz – come and show your support to the Deliveroo workers. If you can’t make it by bike please meet us at the Deliveroo offices in Schlesische Str. 26 at 18:00 for the rally instead.

The multi-billion dollar company Deliveroo is guilty of hiring workers on bogus self-employment contracts, denying them a minimum wage, not recognising their union and dismantling their works councils.

Deliveroo doesn’t want anyone to hear that they have won the worst employer award, so let’s make sure the whole city knows about it! We will also be showing support of the Nordsee workers, who’s employer came second in the awards for union busting and for their owner’s open racism and support of the far right AFD party. What’s more: They are one of the restaurant-chains cooperating with Deliveroo!

 Invite your colleagues and friends to rally together and call out these exploitative employers – your support will make a difference on Friday 13th!

***

Breaking: Deliveroo gewinnt Arbeitsunrecht-Abstimmung, für Union Busting und Missachtung von Arbeiter*innenrechten!

Immer, wenn der Freitag auf den 13. fällt, veranstaltet Aktion./.arbeitsunrecht eine Abstimmung über das aktuell Arbeiter*innen-feindlichste Unternehmen. Dieses Mal hat Deliveroo “gewonnen”. Der Preis: Ein bundesweiter Aktionstag gegen Deliveroo!

In Berlin starten wir eine Fahrraddemo um 16.30 Uhr vom Oranienplatz – komm vorbei, fahr mit und zeig Deine Unterstützung für die Arbeiter*innen von Deliveroo! Wenn Du nicht Fahrradfahren willst oder kannst, komm einfach direkt zur Abschlusskundgebung um 18.00 Uhr vor der Deliveroo-Zentrale in der Schlesischen Str. 26.

Das milliardenschwere Unternehmen Deliveroo beschäftigt Fahrer*innen als Scheinselbstständige, so dass ihr Lohn effektiv oft weit unter dem Mindestlohn liegt. Außerdem weigert sich Deliveroo, ihre gewerkschaftliche Organisierung anzuerkennen und behindert aktiv ihre Betriebsräte.

Deliveroo will natürlich nicht, dass irgendjemand von ihrem “Wahlsieg” erfährt – also lasst uns dafür sorgen, dass ganz Berlin davon weiß!

Wir werden außerdem unsere Unterstützung für die Arbeiter*innen von Nordsee zeigen. Nordsee hat bei der Wahl den zweiten Platz gemacht, aber das heißt nicht, dass sie nicht genauso Ärger verdienen: Nicht nur zeigt sich Nordsee ebenfalls ausgesprochen feindselig gegenüber gewerkschaftlicher Organisation und den Rechten ihrer Arbeiter*innen. Nordsee-Anteilseigner Theo Müller vertritt darüber hinaus offen rassistische Positionen und unterstützt die AfD. Und dieses Unternehmen ist dann auch noch einer der Vertragapartner von Deliveroo!

Bring deine Freund*innen und Kolleg*innen mit! Lasst uns diesen ausbeuterischen Unternehmen am Freitag den 13. zeigen, wie gruselig wir sie wirklich finden!

Redebeitag von der Friedel54 im Exil

Unser Kiezladen in der Neuköllner Friedelstr. 54 wurde Ende Juni 2017
geräumt. Über 700 Bullen und 38 Zivilbeamte waren im Einsatz und räumten
brutal eine 150-köpfige Sitzblockade. Wir möchten uns an dieser Stelle
noch einmal bei allen Unterstützer*innen bedanken, die uns am Tag der
Räumung und in der Zeit davor so stark untersützt haben.
Trotz der brutalen Räumung gibt es uns, das Friedel Kollektiv immer
noch! Wir streiten weiter als Friedel im Exil. An verschiedenen Orten
und in verschiedenen Räumen gibt es nun kostenlose Mietrechtsberatungen,
Essen gegen Spende, Tresenabende und Info-Veranstaltungen, zum Beispiel
zu Gentrifizierung, Antifaschismus oder Selbstorganisation.
Auch wenn uns unser Raum genommen wurde, haben wir in diesem Kampf viel
gewonnen. Wir sind als Kollektiv zusammen gewachsen und konnten
Solidarität erleben. Wir konnten fast ein Jahr mietfrei arbeiten,
kochen, diskutieren und feiern. Wir konnten der Hausgemeinschaft Platz
bieten für ihren Kampf gegen Mieterhöhungen und ungewollte
Modernisierung. Wir konnten weitere Menschen und Hausgemeinschaften
motivieren zu kämpfen und sie dabei unterstützen. Wir konnten viel
Wissen und Erfahrung sammeln, die wir nun gerne weitergeben.
Für uns ist dieser Kampf nicht vorbei. Er geht jeden Tag weiter!

In nächster Zeit werden wir weiter vor unserem alten Kiezladen
Veranstaltungen machen. Vor der Friedel54 ist nun die Unvermietbar – und
der Name ist Programm.
Am 14.April werden wir uns an der Demo „WIDERSETZEN – Für eine
solidarische Stadt, gegen hohe Mieten und Verdrängung“ beteiligen. Im
Vorfeld wird es eine Aktionswoche unter dem Motto „ZUSAMMENSETZEN“
geben. Wir fordern alle auf, euch kreativ in diese Aktionswoche im April
einzubringen. Kommt zur Kiezversammlung am kommenden Dienstag um 19.30
Uhr ins SO36 und informiert euch.
Vertreiben wir nicht nur Google aus dem Kiez, sondern alle
Eigentümer*innen und Verdrängungsprofiteure! – Nicht nur aus unseren
Vierteln, sondern aus unseren Leben!

Unsere letzten Worte sind Worte der Wut, Trauer und Hoffnung und viel zu
wenig um auszudrücken, was passiert:

Es ist Wut über den deutsch-türkischen Angriffskrieg in Nordsyrien. Die
deutschen Gewehre und Panzer, die gegen die Revolution in Afrin gewendet
werden.
Es ist Trauer um alle Genoss*innen, die Opfer dieser faschistischen und
zynisch-kapitalistischen Morde wurden.
Und es ist Hoffnung, dass der Kanton Afrin standhält, wie vor zwei
Jahren Kobane. Hoffnung, dass die Revolution in Kurdistan überlebt und
uns inspirieren kann.

Kein Award für Ausbeutung – BILD belobt Bezos: wir stellen uns quer! Make amazon pay!

Dies ist eine gemeinsame Erklärung die beim ersten Vorbereitungstreffen gegen die Springer-Bezos-Gala in Berlin verabschiedet wurde

Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hat den Amazon-Gründer Jeff Bezos im Jahr 2014 zum schlimmsten Chef des Planeten gekürt; ausgerechnet der Springer-Verlag, Dachverband für Deutschlands bekannte Hetzblätter wie der „BILD“-Zeitung, will ihn am 24. April in Berlin für sein „visionäres Geschäftsmodell“ auszeichnen.

Dieses Geschäftsmodell hat eine wesentliche Grundlage: Die Ausbeutung von Arbeitskräften wird mit System organisiert. In Amazons Logistik-Zentren werden die Beschäftigten über Handscanner in ihren Arbeitsschritten kontrolliert, mit „Feedback”-Gesprächen durch Vorgesetzte eingeschüchtert und zu noch höherem Arbeitstempo und Wettbewerb getrieben. Solche Arbeitsbedingungen sind krank und machen krank.

Der Online-Händler Amazon hat in nicht einmal 20 Jahren die Einkaufsgewohnheiten der Menschen revolutioniert, das Internet kommerzialisiert und seine Marktmacht rasant ausgebaut. Jeff Bezos ist mit geschätzten 100 Milliarden Euro Privatvermögen der reichste Mann der Welt und will noch mächtiger werden. Amazon ist Taktgeber des digitalen Kapitalismus und steht für die lächelnde digitale Zukunft, die angeblich das Leben aller besser macht. Doch dieses Zukunftsmodell heißt: Keine Tarifverträge, Lohndruck und prekäre Jobs, Arbeitshetze und permanente Überwachung. Das ist nicht unsere Zukunft!

Aber Ausbeutung hat eine Kehrseite: Widerstand. Seit nun fünf Jahren sind einige Amazon-Beschäftigte zunehmend ein Dorn im Auge der Unternehmensleitung, denn sie lassen die permanente Gängelung nicht unbeantwortet stehen und organisieren sich gemeinsam mit Unterstützer*innen – über Landesgrenzen hinaus. So erzwingen sie entgegen der Null-Toleranz-Linie von Bezos einige kleine Zugeständnisse, die das Unternehmen nur ungern zugibt oder verschweigt.

Am 24. April geht es in die nächste Runde des Protests: Beschäftigte von Amazon kommen nach Berlin, um gegen diese zynische Preisverleihung zu protestieren und ihrem Chef höchstpersönlich „Feedback” zu geben.

Wir wollen gemeinsam mit ihnen gegen diese Preisverleihung und das “Modell” Amazon demonstrieren.

Am Di, 24. April 2018 um 18 Uhr,
vor dem Axel-Springer-Hochhaus,
Berlin Kreuzberg (Axel Springer Str 65)

Weitere Infos: makeamazonpay.org