// unvollständig, in Überarbeitung… //

Mautpfeiler angezündet – Bremen 12.06.2018

Quelle: https://chronik.blackblogs.org/?p=8541#more-8541

Seid der Einführung der Maut auf Bundesstraßen tauchen überall diese blauen Säulen auf. Für die Erfassung mautpflichtiger Fahrzeuge mit Kameras ausgestattet, vernetzt, satellitengestützt und hergestellt von Jenoptik 600 einem Konzern der dazu im Januar 2017 die britische Firma Essa Technology übernommen hat, ein Unternehmen das auf die Herstellung von Software zur Kennzeichenerfassung spezialisiert ist. Die Überprüfung der Fahrzeuge basiert auf der
Erfassung aller Autokennzeichen durch Kameras und dem automatischen Abgleich dieser mit der zentralen Datenbank der Betreiberfirma toll collect. Toll collect selbst legt größen Wert darauf zu versichern, dass die Datenerfassung lediglich dazu dient festzustellen ob Fahrzeuge mautpflichtig sind und wenn ja, ob diese auch ihre Gebühren bezahlt haben.

Das toll-collect-Konsortium bestehend aus verschiedenen (Rüstungs-)Konzerne wie Daimler, Vinchi und Siemens betreibt sogar eigens eine Dauerausstellung am Potsdamer Platz zum Thema Datenschutz und betont:

Lediglich die Daten von Mautprellern werden gespeichert um entsprechende Forderungen geltend zu machen, alle anderen Daten werden sofort gelöscht. Niemand bekommt Zugriff auf diese Daten, auch die Ermittlungsbehörden nicht. Was bedeutet so eine Aussage? Wenn wir die aufgeheizte repressive Stimmung und die Tatsache berücksichtigen, dass mit dem neuen bayrischen Polizeigesetz eine Intensivierung der polizeilichen Befugnisse umgesetzt wurde, die ans absurde grenzt, dann ist auch die Umsetzung der automatisierten Kennzeicherfassung und Weiterleitung der Daten an die Repressionsbehörden ein logischer Schritt. Die Frage ist eher wann dieser Schritt gegangen wird, denn darüber debattiert wurde schon mehrfach und die Bundespolizei darf bereits automatische Lesesysteme für Kennzeichen einsetzen. Alles was es braucht ist ein Softwareupdate bei toll collect und die Daten werden an weitergeleitet, archiviert, zur Erstellung von Bewegungsprofilen benutzt …

Die Verkehrsüberwachung auf Bundesstraßen ist ein weiterer Schritt, ein Schritt in Richtung einer umfassenden Live-Erfassung und Aufzeichnung der Bewegungen und Aktivitäten aller. Den Ausbau der Überwachung und die Verfeinerung ihrer Methoden zu sabotieren ist wichtig, es gilt noch bestehende Freiheiten zu verteidigen und die Fähigkeit sich unkontrolliert zu bewegen zu erhalten.

In der Nacht von Montag auf Dienstag brannte in Bremen an der Bundesstraße 75 ein Mautpfeiler!

Wir grüßen alle die im Zuge der Internationalen Fahndung im Zuge des G20 Gipfels von Repression betroffen sind!

Autos der Telekom, Deutschen Bahn und Funkmast von Vodafone angezündet – Berlin 06.2018

Quelle: https://chronik.blackblogs.org/?p=8549

Die Restrukturierung der Macht durch die Digitalisierung befindet sich in vollem Gange. Kaum etwas, das in diesem Prozess an seinem Platz bleibt, dass sich nicht durch ein „smart“ im Namen ergänzen lässt und so einen neuen Ort in der Welt bekommt. Alles wird vernetzt. Kameras, Sensoren und Chips senden unentwegt und lassen die Dinge kommunizieren. „Big Data“ ist die Währung von morgen. Selbst unsere Beziehungen, unser Handeln und Denken ist permanent dem digitalen Zugriff ausgesetzt. Auf Informationen reduziert füttern wir so die Algorithmen der Maschinen, die auch das Zukünftige beherrsch- und steuerbar machen sollen.

Dabei fällt es nicht immer leicht, bei dem rasenden Tempo in dem sich der technologische Angriff ausweitet und ein Netz der Herrschaft um uns spannt, an der Möglichkeit der Zerstörung dieses Systems festzuhalten. Um so wichtiger sind dafür die Momente des Gegenangriffs, um die Ohnmacht, die sich angesichts der aktuellen Entwicklungen breit macht, zurück zu weisen. So freut es uns umso mehr, dass auch in Berlin immer wieder unversöhnliche Antworten auf das Elend, das die Kolonialisierung der Welt durch die techno-industrielle Vorherrschaft produziert, gefunden werden. Im Zusammenhang mit dem geplanten Google-Campus in Kreuzberg hat sich ein Kampf entwickelt, der nicht nur auf den Tech-Giganten und sein Universum, sondern auch auf das Soziale abzielt. Selbstorganisierung, direkte Kommunikation und die Wirkungskraft des Angriffs sind dabei die Mittel der Wahl. Verschiedenste Sabotageaktionen wie zuletzt Ende März durch die „Vulkangruppe NetzHerrschaft zerreißen“ haben gezeigt, das die Infrastruktur der Warenströme, Kommunikations- und Datennetze verletzbar ist und durch Brandlegungen an Kabeln und Funkantennen empfindlich gestört werden kann. Aber auch andere Akteure der Smartifizierung der Stadt und des Lebens sind zum Ziel der Wut geworden, wie die abgefackelten Amazon-Fahrzeuge, die Mollis auf die Start-Up-Factory, die Angriffe auf Zalando oder den Technologiepark Humboldthain etc. zeigen. Wir wollen diese Konflikte mit unserem Beitrag weiter befeuern und haben uns dafür einige altbekannte Player rausgesucht, die aktiv daran arbeiten, das Netz der Herrschaft und Kontrolle auszubauen und zu optimieren.

Deshalb haben wir in der Nacht zum vierzehnten Juni im Tiergarten, kurz vor Beginn der dortigen Fanmeile, Kabel und Schaltkästen einer Funkantenne von Vodafone in Brand gesetzt. Diese Antenne wird neben dem Mobilfunk auch für den BOS-Funk der Bullen und Behörden genutzt. Wir sind optimistisch mit unserem Eingriff zumindest dieser Antenne eine Sendepause gegönnt, und so für einen Moment der Funkstille gesorgt zu haben. Der Bullenticker schweigt dazu, womöglich ist diese Info auf dem Weg zur Zentrale in den verkohlten Kabel, die nun die Anlage schmücken, hängen geblieben.

In der Nacht zum fünfzehnten Juni haben wir den Fuhrpark der Deutsche Bahn in der Kaskelstraße abgefackelt und in der Nacht zum neunzehnten Juni haben wir Brandsätze unter den Autos der Telekom in der Sewanstraße platziert, und so weitere sechs Fahrzeuge auf den Schrottplatz befördert. Mit diesen Angriffen zielen wir auf einige der großen Netzbetreiber Deutschlands, die mit Funkantennen, Glasfaserkabeln und dem Schienennetz wichtige Grundpfeiler der Waren- und Datenströme bilden. Diese sind für das Funktionieren des Kapitalismus unverzichtbar. Alle drei Konzerne haben sich aber weit mehr auf die Fahne geschrieben als nur die Infrastruktur zu stellen. Sie sind mit ihren technologischen Entwicklungen in den Bereichen Überwachung, Kontrolle, Internet der Dinge (IoT), Industrie 4.0, Smart City, Smart Home etc. eine treibende Kraft in der Neuorganisierung der Herrschaft im kybernetischen Zeitalter.

Mit diesen Taten senden wir Rauchzeichen an alle Gefangenen des sozialen Krieges und an diejenigen, die sich vor dem Zugriff der Schergen auf der Flucht befinden. Spezielle Grüße gehen an Lisa, Thomas, Nero, Isa, UP3 und die G20-Gefangenen.

Mobilfunk und öffentlicher Verkehr im Dienste der Macht

Medien, Politiker*Innen und Lobbyist*Innen schüren seit Jahren eine Stimmung der Angst. Vor dem Fremden, den Geflüchteten, dem Terrorismus. Damit einher geht der Ruf nach Autorität. Ein neues Polizeigesetz jagt das Andere. Die Entwickler von Sicherheitstechnologien freut das, denn mit der Angst lässt sich nicht nur Politik machen, sondern auch einen Haufen Geld verdienen. So verwundert es nicht, dass die etablierten Großkonzerne hier ganz vorne mitmischen und im Sinne der Herrschaft unerbittlich an der Aufrechterhaltung der bestehenden Ordnung mitwirken.

Die Telekom ist das größte Telekommunikationsunternehmen Europas und betreibt technische Netze für Telefon, Mobilfunk, Datentransfer und Onlinedienste. Neben Deutschland hat das Unternehmen in vierzehn weiteren europäischen Staaten Tochtergesellschaften oder ist beteiligt an Mobilfunk- und Festnetzanbietern. Mit dem international operierenden Tochterunternehmen T-Systems ist der Konzern einer der weltweit führenden Dienstleister für Informations- und Kommunikationstechnologie und richtet sich an Kunden*Innen der Großindustrie, dem Finanzsektor, der Energiebranche und der öffentlichen Verwaltung und Sicherheit.

Für Polizei, Militär und sonstige Sicherheitsbehörden bietet T-Systems allumfassende Lösungen und Informationstechnologie. Unter dem Titel „PLX“ entwickelt die Telekom unter anderem ein Informations- und Fahndungssystem für die Bullen, in dem alle relevanten Meldeprozesse, wie z.B. erkennungsdienstliche Behandlungen, Haftdaten, Kriminalakten-Nachweise etc. integriert sind. So sollen alle Abläufe in der Vorgangsbearbeitung, von der Ersterfassung bis zur Abgabe der Vorgänge an die Justiz, unterstützt werden.
Ergänzend dazu bietet T-Systems Technik für einen „Interaktiven Funkstreifenwagen (IfuStw)“. Ein mobiler polizeilicher Arbeitsplatz durch Multifunktions-PC‘s im Fahrzeug, welcher die volle Integration in die jeweils bestehende polizeiliche Infra- und Kommunikationsstruktur erlaubt. Diese Verknüpfungen sollen die Reaktions- und Interventionszeiten verkürzen und gleichzeitig eine beweissichere Dokumentation durch Videoaufzeichnung erleichtern.

Auch Vodafone, die deutsche Tochtergesellschaft der britischen Vodafone Group und zweitgrößter Mobilfunkanbieter Deutschlands, wirbt für mehr Sicherheit. So liefert Vodafone nicht nur einen Messenger-Dienst für die bayrischen Bullen oder Bodycams für die Bundespolizei, sondern entwickelt auch smarte Drohnen. Diese, mit Bordkamera und SIM-Karte für den LTE-Funk ausgerüsteten Drohnen, liefert und analysiert Videomaterial in Echtzeit. Damit sollen bei Großveranstaltungen z.B. Personen gezählt oder Menschenströme beobachtet und gelenkt werden. Aber auch Verkehrsüberwachung und Kennzeichenerkennung sind Teil der Aufgaben solcher Anwendungen. Das diese Technik beliebig durch weitere Überwachungssoftware, wie z.B. Gesichtserkennung ergänzt werden kann, liegt dabei auf der Hand.

Mit solchen und ähnlichen Produkten sind Telekom und Vodafone, neben vielen anderen Unternehmen aus der Sicherheitsindustrie, seit vielen Jahren als Aussteller auf Messen wie dem europäischen Polizeikongress vertreten, wo sie um das Interesse ihrer Kunden*Innen aus den Bereichen Militär, Polizei, Geheimdiensten und Grenzschutz konkurrieren.

Die Deutsche Bahn hingegen, als Betreiber von Bahnhöfen und dem deutschen Streckennetz, kommt hier eher die Rolle des Abnehmers solcher Technologien zu. Gleichzeitig bietet die Infrastruktur des Konzerns aber auch ein riesiges Experimentierfeld, um unter realen Bedingungen den Einsatz neuester Überwachungstechnologien zu testen. Der wohl populärste Feldversuch der Deutschen Bahn, in Kooperation mit der Bundespolizei, dem BKA und dem Bundesinnenministerium, läuft zur Zeit am Bahnhof Südkreuz in Berlin. Dort sollen intelligente Videokameras mit eingebauter Gesichtserkennungs-Software automatisiert Personen erkennen, verfolgen und auffälliges Verhalten melden. Mit solchen Projekten legen sie den Grundstein für eine totalitäre Kontrollgesellschaft. Selbstverständlich werden bei positiven Ergebnis für die Betreiber*Innen, solche Technologien auch an anderen Orten zum Einsatz kommen. Bereits jetzt werden 900 Bahnhöfe der Deutschen Bahn mit 6000 Videokameras überwacht, welche aufgerüstet durch intelligente Überwachungssoftware, ganz im Sinne des Innenministers, ein fast lückenloses Netz der personalisierten Verfolgung und Kontrolle im öffentlichen Verkehr ermöglichen würden. So spielt dieser Konzern eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung neuer Überwachungs- und Verfolgungsparagraphen, wie sie im neuen bayrischen Polizeiaufgabengesetz (PAG) vorkommen.

Vom Internet der Dinge zur Smart City und zurück

Das Internet der Dinge gilt als größtes Wachstumssegment im Mobilfunk. Experten*Innen rechnen mit bis zu 50 Milliarden miteinander vernetzten Geräten weltweit. Dies setzt leistungsstarke Netze, die schnell große Datenmengen austauschen können, voraus. Deshalb investieren die Mobilfunkanbieter Unmengen an Geld in die Infrastruktur von Glasfaserkabeln, Narrowband und 5G, um den aktuellen und zukünftigen Anforderung gerecht zu werden. Gleichzeitig arbeiten diese aktiv an verschiedensten europäischen Smart City Projekten mit und entwickeln allerlei Dinge, welche die total vernetzte Welt zur Realität werden lassen soll.

Die Telekom betreibt dazu einen sogenannten „Hub:raum“ als Inkubator für Start-ups und führt Programme unter dem Titel „Smart City Lab/T-Labs“, mit denen die digitale Effizienz der Städte vorangetrieben werden soll. Smarte Transportlösungen, Smart Parking, Smart Electric Vehicle Charging, Verkehrs- und Passagiermanagementsysteme, Smart Waste Management, Smart Lighting, Smart Metering und Smart Public Safety sind nur einige Stichworte, die zeigen, wie umfassend die Pläne der Konzerne sind, um Dinge zu schaffen, welche Informationen produzieren und sich so in die Wertschöpfungskette integrieren lassen. Ziel der Telekom ist es führender Anbieter in Europa für Smart City Lösungen zu sein. Dabei gibt man sich umweltbewusst, und verspricht so Probleme wie Klimawandel, Ressourcenknappheit, demographischen Wandel etc. anzugehen, um den Menschen ein langfristiges Überleben auf der Erde zu ermöglichen. Die Tatsache, dass die Zerstörung des Planeten ein Resultat der kapitalistischen Logik ist und den Unternehmen dabei horrende Profite winken, bleibt unerwähnt.

Auch bei Vodafone stehen die Argumente der Ökologie, neben der Sicherheit und wirtschaftlichen Effizienz im Vordergrund ihrer Smart City Projekte. Gemeinsam mit dem RWE „Öko“- Tochterunternehmen „Innogy“ entwickelt der Konzern Konzepte für die intelligente Stadt. Vernetzte Verkehrsanlagen und -teilnehmer*Innen, ein intelligentes Abfall-Management und smarte Beleuchtungssysteme sind dabei für die Unternehmenskooperation die drei wesentlichen Eckpfeiler auf dem Weg dorthin. Intelligente Multifunktionsmasten unter dem Titel „Innogized Poles“ sollen mit Sensoren und Geräten bestückt eine Allround-Lösung für die urbane Vernetzung bieten. Diese könnten einerseits als Ladestationen für alle möglichen E-Fahrzeuge dienen, die Luftbelastung und Temperatur messen und digitale Werbung auf LED-Screens produzieren. Andererseits aber sollen sie auch die Überwachung durch intelligente Videokameras im öffentlichen Raum vereinfachen. Ein weiteres Produkt von Vodafone ist die smarte Mauer. Sensoren sollen dabei nicht nur Bewegungen erkennen, sondern auch chemische Stoffe und einzelne Sprayfarbpartikel. Wird eine Wand besprüht, alarmiert der Sensor automatisch die Ordnungsmacht. Aber auch Technologien, die direkt als Überwachungs-Instrumente in unseren Alltag integriert werden können, kommen aus dem Hause Vodafone. Mit „Smart Level Glasses“, die in Zusammenarbeit mit dem US-Hersteller VSP entwickelt wurden, bietet der Konzern eine Brille, die voller smarter Technik ist. Diese soll vor allem als Fitness-Tracker dienen, hält aber auch Ortungsfunktionen und weiteres bereit. Ein Schrittzahl-Ranking, mit dem ab einem gewissen Punktestand soziale Projekte und bedürftige Menschen unterstützt werden, soll für die Nutzer*Innen einen Anreiz sein, die Brille auch dauerhaft einzusetzen. So wird die emotionale Erpressung zum Datenfresser gleich mitgeliefert.

Mit solchen und ähnlichen Anwendungen machen die Konzerne deutlich in welche Richtung sich die Prozesse der Smartifizierung tatsächlich entwickeln. Das was uns als Erleichterungen für den Alltag im Namen der Ökologie verkauft wird, entpuppt sich als grüner Kapitalismus in Reinform. Es geht um Macht und Geld. Und so wird sich die Verwüstung unaufhaltsam ausbreiten und unsere Lebensräume Stück für Stück zu Orten absoluter Kontrolle werden. Was uns bleibt, ist an der Idee eines anderen Lebens und der Möglichkeit der Zerstörung dieser Welt der Herrschaft und Kontrolle festzuhalten und dies in Taten umzusetzen.

Die Netzbeschmutzer*Innen

Amazon-Transporter abgefackelt – Berlin 04.06.2018

Quelle: https://chronik.blackblogs.org/?p=8511

Angriff auf Smart City – Feuer gegen Amazon Lieferwagen
Die Gedanken sind frei …

Über den technologischen Angriff auf das Individuum wurde seit der immensen Entwicklung verschiedener Akteure und der zerstörerischen Ausweitung auf dem bisher einzig besiedelten Planeten viel berichtet.

Eine Form der glücklichen Versklavung hat unser Zeitalter erreicht, welcher sich die Menschheit hemmungslos hingeben will.

So denken wir an Facebook. Die Vernetzung aller Menschen. Jede kann zu jedem Kontakt aufnehmen. Facebook findet von ganz allein alte Schulfreund*innen und noch besser, Facebook findet mich auch selbstständig auf Fotos, von denen ich nie was wusste. Es bilden sich online-Gruppen zu allen möglichen Themen und jede*r kann Teil davon sein. Wir teilen Nachrichten über den ganzen Planeten und bewerten diese mit gut oder schlecht.

Dann ist da Google. 1, 2, 3, 4 mal genutzt und Google weiß schon beim zweiten Buchstaben, nach was für einem Thema ich suche. Zauberei.

Dann ist da Amazon. Ein Unternehmen zur Erleichterung des ungesättigten Konsums.

Jede Preisklasse, jede Kategorie, jedes Land. Wirklich für alle was dabei… könnte schön so weiterlaufen, wären da nicht einige Stimmen, die auf einmal erzählen wie Scheiße und unmenschlich dort gearbeitet werden muss. Arbeiter*innen erzählen von einem regelrechten Drill und Überwachungsmaßnahmen vom feinsten. Von Arbeitsteams die gemeinsam bestraft oder belohnt werden. Anscheißertum ist eine Tugend bei Amazon.

Und in den USA stellt Amazon bevorzugt ehemalige Angehörige der Mittelschicht, die inzwischen in ihren Autos leben, ein, um sich einer Klasse entrechteter Arbeitsnomaden zu bedienen.

Allerdings ist dieser Konzern in jener Hinsicht natürlich nur ein Paradebeispiel von vielen. Der Zwang zur Arbeit um essentielle Lebensgrundlagen zu haben ist paradox. Die unmenschlichen Bedingungen, denen so viele tagtäglich ausgesetzt sind, sind eigentlich bekannt.

Wenn auch im gegenwärtigen anarchistischen Diskurs der Klassenwiderspruch nach Marx vollkommen überholt scheint und vom Klassenkampf im klassischen Sinne keine Rede sein kann, lässt sich das Herrschaftsgefüge sehr wohl durch Machtverhältnisse, ökonomische Zwänge und soziale Stellungen definieren.

Es formt sich Protest gegen Google. Die Umstrukturierung der Stadt in Form von Start-up Wohn- und Arbeitscommunities, Factories oder einem Google Campus in Kreuzberg.

Und auch Amazon ist nicht mehr das nette Verkaufsportal im Internet. Viele solidarische Menschen haben im letzten Jahr Aktionen gemacht und Analysen verbreitet um auf den Kampf der Arbeiter*innen hinzuweisen und Amazon als einen Player digitaler Herrschaft heraus zu kristallisieren.

Welchen Umfang die Sabotage annimmt, lässt sich kaum sagen; mit brennenden Amazon Trucks wie Anfang Mai in Philadelphia wird versucht, die politische Bedeutung abzuerkennen.

Sicher nicht zufällig ging in der Nähe von Birmingham/UK Anfang November 2017 ein Amazon Lager in Flammen auf und das selbe Warenhaus in Rugeley, Staffordshire, wurde bereits im November 2016 Ziel einer Brandstiftung , beide Feuer störten das Weihnachtsgeschäft erheblich.

Ob sich dieser Widerstand als Klassenkampf bezeichnen lässt, spielt dabei weniger eine Rolle als die konkrete Unterdrückung derer die für Amazon arbeiten müssen oder die faktische Überwachung derer die Amazon nutzen. Genauere Analysen bedürfen weiterer Betrachtungen und müssten auch ausserhalb der engen Szenekreise erforscht werden, auch wenn dafür aus manchen Gebieten, wie Atlanta leider nur Twitter als Quelle vorliegt.

Übrigens wurde bereits im November 2017 in Berlin gegen Amazon gezündelt und in München Paketstationen beschädigt ,leider hat die https://makeamazonpay.org/ Kampagne den militanten Widerstand ignoriert.

…wer kann sie erraten …

Die schleichende gesellschaftliche Veränderung, hat vor allem für die Jugend mittlerweile an Normalität gewonnen. Der Zugang zu den intimsten Bedürfnissen vieler Menschen hat Konzernen wie Google und Amazon Möglichkeiten geschaffen diese zu kontrollieren und zu steuern. Vereinzelung und die Unfähigkeit sozialer Interaktion mit lebenden Menschen sind die Folgen. Der zwischenmenschliche Austausch hat an Einfluss verloren, dass Internet weiss meist schon viel mehr über dich als deine Freund*innen.

Eine Offenheit in der Gesellschaft über Tabuthemen, wie psychische Probleme, Zwänge oder Armut reden zu können, wäre wünschenswert. Niemand sollte sich selbst krank reden, weil man nicht in die gesellschaftliche Norm passt.

Ein kapitalistisches System kann nicht funktionieren, wenn nicht alle mitspielen. Deshalb benötigt es Kontrolle und Sanktionen, die Menschen gefügig zu machen. Der Staat kann Freidenker*innen nur durch Härte zwingen, sich zu unterwerfen.

Die digitale Herrschaft hat sich das Ziel gesteckt, die Menschen gleichzustellen. Überall im Leben präsent zu sein und durch cleveres Vorgehen von Nutzen und dann unabdingbar zu werden. Jede noch so kleine Information ist wichtig unsere Gedanken zu verstehen um sie zu verändern.

Einige Konzerne und Länder haben sich die smarte Technologie in Form von z.B. sozialen Rankings mittlerweile zu nutzen gemacht um repressiv gegen die Bevölkerung vorzugehen.

Andere Konzerne wie Amazon haben es geschafft das Kaufverhalten ihrer Kund*innen zu analysieren, zu beeinflussen und die Ware auch noch zum Verkauf anzubieten.

Von uns gab es am 4. Mai auch zwei Päckchen an Amazon beim Kissingenplatz in Berlin-Pankow. Leider konnte nur eines zugestellt werden. Das andere ist in der BigData verschwunden.

Wir haben uns einer im Internet verbreiteten Anleitung bedient https://www.liveleak.com/view?i=f2f_1423574431 die uns sicher erscheint, die selbstverständlich nicht genau genug ist, um jede Zufälligkeit mit obrigkeitshörigen Passantinnen zu vermeiden.

Verdrängung, Ausbeutung, Überwachung: Start-Up-City angegriffen – Kämpfe verbinden – Berlin 28.04.2018

Quelle: https://de.indymedia.org/node/20417

Gentrifizierung und steigende Mieten sind in Berlin leider schon lange bekannt, schlechte Arbeitsverhältnisse erst recht. Relativ neu sind hingegen Start-Ups, Co-Working Spaces und Technologie Parks, die das Ganze auf die Spitze treiben. Darum haben wir einigen von ihnen einen Besuch abgestattet: der Factory Mitte, dem Technologiepark Humboldthain und dem geplanten Google-Campus in Kreuzberg.

Die politisch beförderte Ansiedlung von Start-Ups und Co-Working Spaces in unterschiedlichen Kiezen in Berlin zieht die Schrauben von Aufwertung und Verdrängung in der unternehmerischen Stadt weiter an. Größere Co-Working Areale wie die von Factory wirken als Motor der Gentrifizierung. Steigende Preise für Gewerbeflächen in der Umgebung verdrängen soziale Träger und Kleingewerbe, entziehen den Betreiber*innen die ohnehin prekäre Geschäftsgrundlage. Das Beteiligungsunternehmen Rocket-Internet SE beispielsweise, wozu auch Zalando gehört, kaufte die Ufer-Hallen im Wedding, um diese mittelfristig für Start-Ups herzurichten. Die dort arbeitenden Künstler*innen und ihre Ateliers werden weichen müssen. Eine weitere Welle der kapitalistischen Standortaufwertung ist die Nachhut der Start-Ups. Sie lässt unsere Kieze zu Kulissen für die Mehrwertgenerierung veröden. Kein Platz mehr für die, die nicht ins Bild der reichen und geleckten Stadt passen.

In der Start-Up-City haben auch Mieter*innen nichts zu lachen. Mietwohnungen werden zu hochpreisigen, möblierten Apartments mit temporären Mietverträgen aufgewertet: Neuer Wohnraum für die hyperflexible Arbeiter*innenschaft der Tech-Branche, die Berlin so umgarnt. Durch die stetige Neuvermietung lassen sich rasant wachsende Profite erzielen. Unternehmen wie „wunderflats“ bieten Wohnungseigentümer*innen den Service, ihre Wohnungen zu möblierten Luxusapartments herzurichten. Anschließend mieten Unternehmen diese für ihre Angestellten, die auf dem Berliner Wohnungsmarkt sonst keine Wohnungen finden. Ehemals günstiger Wohnraum wird so zur Luxusware. Start-Ups, die zu größeren Unternehmen herangewachsen sind, steigen selbst in den Immobilienmarkt ein. Zalando kaufte Wohnungen am Boxhagener Platz, schmiss die alten Mieter*innen raus und hält diese nun zu Höchstpreisen für ihre Mitarbeiter*innenschaft vor.

Umstrukturiert wird die Stadt auch durch die neuen Arbeitsverhältnisse, die mit dem stetig wachsenden Start-Up Bereich zunehmend an Bedeutung gewinnen. So locken Start-Ups auf der einen Seite die oben genannte hyperflexible neue Mittelklasse in Stadtteile, in denen dadurch Aufwertungsprozesse angetrieben werden und produziert auf der anderen Seite neue Formen der Prekarität. Die Spanne reicht dabei von vielen extrem miserabel bezahlten Clickworker*innen bis zu wenigen, die sich durch diese Arbeit zwar vieles leisten können, aber denen mit 35 das erste Burnout blüht. Auf sie wartet die völlige Verschmelzung von Lohnarbeit und Leben. Start-Ups verkaufen ökonomische Zwänge als Lifestyle, der Freiheit und Selbstbestimmung verspricht, im Kern aber auf eine noch stärkere (Selbst)- Ausbeutung hinausläuft. Vermeidlich leichte Aufstiegschancen und flache Unternehmenshierarchien sollen eine völlige Identifikation der Arbeitenden mit ihren Bossen und den Zwängen der Lohnarbeit sicherstellen. Immer mehr Menschen werden, z.B durch Versprechen selbstbestimmter Arbeitszeiten, in schlecht bezahlte Jobs gelockt und dann etwa als Essensauslieferer*innen bei Deliveroo und Co ausgebeutet. Versuche der gewerkschaftlichen Organisierung werden mit allen Mitteln bekämpft. Durch smarte Technik wird jeder Schritt oder Klick der Arbeiter*innen überwacht. Jeder Gang zum Klo, jede Sekunde unproduktiven Bummelns wird registriert. In immer mehr Unternehmen geben Algorithmen den Ausbeutungstakt vor, kleinste Abweichung vom Terror der Leistungsnorm müssen in Feedback-Gesprächen erklärt werden oder führen direkt zur Abmahnung.

In ihrer Vision einer Stadt der Zukunft treffen sich große Player wie Google mit vielen Start-Ups aus der Technologie-Branche und Offiziellen aus der Stadtverwaltung. „Smart City“ ist das Schlagwort. Die Stadt soll mithilfe neuer Technologien „intelligenter“ und effizienter werden. Dafür soll etwa die Infrastruktur so vernetzt und Datenströme so nutzbar gemacht werden, dass der öffentliche Raum durchgängig analysiert und gesteuert werden kann. Dass dies als Konsequenz eine Stadt schafft, in der Technik keine Befreiung von Zwängen bedeutet, sondern sie Mittel zu Überwachung und Kontrolle darstellt, ist absehbar. In Kombination mit den Möglichkeiten, die den Repressionsbehörden schon jetzt zur Verfügung stehen, wie etwa der neuerdings am Südkreuz angebrachten Kameras mit Gesichtserkennungssoftware, eine düstere Vorstellung.

Das massenhafte Auftauchen der Start-Ups ist kein Zufall sondern verweist auf die andauernde kapitalistische Verwertungskrise. Überschüssiges Kapital, das keine anderen rentablen Anlage-Möglichkeiten findet, wird als Risikoinvestion in Start-Ups gepumpt mit der Hoffnung, weitere Bereiche unseres Lebens für die Profitgenerierung zu erschließen. Anstatt endlich mit dem schönen Leben für alle anzufangen werden uns nutzloser Schrott und Lifestyle-Apps als Innovation verkauft. Doch gegen diese Entwicklung regt sich Widerstand. Der deutschen Start-up-Verband zeigte sich gegenüber der Morgenpost besorgt über sich entwickelnde Kämpfe gegen weitere Ansiedlungen von Start-Ups und neue Standorte von Google und Zalando in Kreuzberg und Friedrichshain (https://www.morgenpost.de/berlin/article214033549/Start-ups-in-Berlin-Se…).

Wir wollen den Widerstand gegen die Start-Up-City über das gesamte Stadtgebiet ausweiten. Deswegen haben wir …

1.) … bei der Factory Mitte Farbe und Glasbruch hinterlassen, einem Co-Working Space und Start-Up Standort der unter anderem mit seinem neuen Ableger am Görlitzer Park ein aktiver Verdrängungsakteur ist. (vgl.https://de.indymedia.org/node/15021)

2.) … im Wedding in der Nacht zum 26. April ein Objekt der GSG markiert.

Die Gewerbesiedlungsgesellschaft (GSG), die ursprünglich dafür gegründet wurde, Gewerbeflächen zu niedrigen Preisen zu vermieten, ist seit 2007 privatisiert und gehört zu Großteilen international agierenden Konzernen. Seitdem steigen die Mieten rasant. Was die GSG davon hält, dass dabei vom sozialen Projekt bis zum mittelständischen Unternehmen niemand mit diesen Mieten mithalten kann, bringt Sebastian Blecke, der Operative Geschäftsführer der GSG, in einem Interview mit dem rbb auf den Punkt: „Ein Start-up hat natürlich keine Zeit, sich mit dem Kiez und den Problemen der Bevölkerung hier zu beschäftigen.“

Im „Zukunftsort Technologiepark Humboldthain“ (TPH) wird nicht nur munter verdrängt, sondern auch aktiv an einer bonzengerechten Umgestaltung der Stadt getüftelt: Laut offizieller Internetseite ist der TPH ein wichtiger Vernetzungsort für Firmen „der klassischen Spitzentechnologie“ und ein wichtiger Knotenpunkt für innovative Ideen für eine zukünftige „Smart City“ Berlin.

Welche Akteur_innen hier „networken“ und welcher Art ihre „innovativen Ideen“ sind, wird bei einem näheren Blick auf Team und Partner schnell klar: Andreas Thisen, stellvertretender Vorsitzender des TPH, steht auf der Gehaltsliste von SPECS Surface Nano Analysis, einem Unternehmen, das unter anderem im Bereich der Nanotechnologie sein Unwesen treibt. Nanotechnologie wird kaum reguliert und findet verstärkt in der Kriegsindustrie Anwendung: „Zu den mehr als 20 militärischen Anwendungsfeldern zählen neue Werkstoffe für zerstörerischere Geschosse oder leichtere Kampfjets, Manipulationen an den Körpern von Soldaten oder neuartige Biowaffen“, meint Physiker Jürgen Altmann.

Zu den Partnern des TPH zählen unter anderem omni:us, die Deutsche Bank und IBM.

Omni:us produziert Software zur Automatisierung von Firmen-Kund_innen-Kontakt, überwiegend für Versicherungen.

Die Deutsche Bank ist allseits für ihre Rolle in der Immobilienkrise und bei Lebensmittelspekulation verhasst. Außerdem tragen ihre Investitionen in Bergbauunternehmen, Palmölproduzenten und die Braunkohleindustrie, sowie ihre Beteiligung an der Dakota Access Pipeline, massiv zur Zerstörung der Umwelt bei. Aktuell gipfelt ihre lebensverachtende Profitgier in der Mitfinanzierung des Leopard II-Panzers, mit dem die Türkische Armee in Afrin mordet.

IBM produziert nicht nur Open-Source-Produkte und Konsolenhardware, sondern forscht auch zu so charmanten Tools wie dem „Internet der Dinge“ und der Analyse riesiger Datenmengen, teils durch „Cloud-Computing“. IBM produziert außerdem Software zu militärischen Zwecken und ist Vertragspartner der US-Armee und der Bundeswehr.

3.) … die Fassade des geplanten Google-Campus mit Farbe eingedeckt und in der Umgebung Botschaften des Widerstands hinterlassen.

Google ist Hauptakteur bei der Transformierung kapitalistischer Herrschaftsverhältnisse hin zu totaler Kontrolle. Mit ca. 160 Mrd USD Jahresumsatz drängt Google/Alphabet zugleich zu neuen Geschäftsfeldern wie z.B. Smart-City-Projekten inklusive Immobilieninvestitionen.

Steigende Mieten und den kapitalistischen Immobilienmarkt gab es schon vor Google – wir brauchen kein Mini-Sillicon-Valley in Berlin. Dem Versuch diesen Google-Campus in X-Berg zu etablieren, muss also mit kreativem Widerstand begegnet werden.

Unser Hass und unsere Wut gelten all diesen Gewalttäter_innen, die sich ein goldenes Näschen verdienen mit der Verdrängung und Ermordung von Menschen, sowie der Digitalisierung und Automatisierung von Ausbeutung und Krieg.

Die wachsende Protestbewegung gegen den Mietenwahnsinn (u.a. mit der Massendemonstration am 14. April in Berlin), die vielfältigen Kämpfe gegen den kapitalistischen Ausverkauf der Stadt und für unsere Freiräume machen uns etwas Hoffnung in diesen düsteren Zeiten. Wir müssen diese Kämpfe verbinden und zuspitzen, uns gegenseitig kennenlernen und unterstützen. Die Maisteine Aktionstage ( https://maisteine.blackblogs.org/), die Organize Aktionswoche vor der Walpurgisnacht-Demo im Wedding ( https://organizeberlin.blogsport.eu) die Chaos- und Diskussionstage ( https://gegenstadt.blackblogs.org/) oder die #besetzen Kampagne ( https://besetzen.noblogs.org/) bieten dafür vielfältige Möglichkeiten.

Autonome Gruppen

Den Staat von morgen angreifen! Automatische Gesichtserkennung am Südkreuz außer Gefecht gesetzt – Berlin, 24.04.2018

Quelle: https://de.indymedia.org/node/20239

Wir haben heute (23.04.18) aktiv in die immer weiter fortschreitende systematische Überwachung eingegriffen. Der Betrieb des Pilotprojekts zur automatisierten Gesichtserkennung, das Prestigeprojekt der Bundesregierung am Berliner Bahnhof Südkreuz, wurde durch uns für einige Stunden gestört. Durch ein paar Spritzer Farbe auf den Linsen war es den Kameras nicht mehr möglich, die Leute am Bahnhof zu filmen. Dort werden seit August 2017 die neusten Techniken erprobt, um Menschen zu verfolgen und menschliches Verhalten zu analysieren und zu kategorisieren.

Um Teile dieses Prestigeprojekts des Repressionsapparats auszuschalten, welches nur wenige Meter entfernt von der Bundespolizei beschützt wurde, haben wir lediglich ein paar Spraydosen und schnelle Beine gebraucht.

Kosten: bunte Perücken (10€) + Spraydose mit Needlecap (5€) gegen neustes intelligentes Überwachungssystem (über 60.000€).

Den Staat verunsichern
„Sicherheit, und diese Flächendeckend in ganz Deutschland“ ist eines der Ziele, die Seehofer in seiner Regierungserklärung als Innenminister angekündigt hat. Das Projekt am Südkreuz ist in diesem Plan nur ein Teil einer Aufrüstung und Ausweitung von Befugnissen. Das unter Seehofer entworfene neue Polizeigesetz in Bayern, bald wohl von anderen Bundesländern kopiert, zeigt, in welche Richtung es gehen soll. Auf die sozialen Spannungen in der Gesellschaft antwortet der Staat mit rassistischer Überwachung und verstärkter Repression. Die Ursachen der Probleme werden so ignoriert. Der soziale Frieden soll erzwungen werden, indem all jene die ihn anzweifeln verfolgt und weggesperrt werden. Viele Menschen leben hier nicht in Sicherheit, sondern in ständiger Angst vor Abschiebungen, Ausgrenzung, Armut, rassistischen, sexistischen und sonstigen Übergriffen. Diese Diskriminierungen werden verfestigt und reproduziert. Gesichtserkennungssoftware im Speziellen, wie sie am Südkreuz zum Einsatz kommt, dient nicht zuletzt der Repression gegen politisch Aktive, wie im Zuge der Ermittlungen zum G20-Gipfel in Hamburg. Es geht nicht um die Sicherheit der Menschen, sondern um die Sicherung von Machtverhältnissen, und diese sollten wir mit allen Mitteln ankratzen.

Technologie als Heilversprechen

Wir lassen uns nicht durch einen Computer reduzieren auf ein „verdächtig/unverdächtig“ oder „gut/böse“. Algorithmen können niemals die Komplexität des Menschen erfassen. Das technokratische Heilversprechen, das wir bald die ganze Welt erfassen und damit die Probleme unserer Zeit lösen können ist eine Gefahr. Die Ursprünge der Probleme werden ausgeblendet und die eigene Handlungsfähigkeit an eine Maschine abgegeben. Aber nicht nur dort, wo der Staat sich dieser neuen Technologien bedient, sollten wir einschreiten. In jedem unserer Lebensbereiche, in dem versucht wird, unser Verhalten zu vermessen, bewerten und zu verwerten, sollten wir einschreiten.

Neue Wege des Widerstands

Der Staat rüstet technologisch auf. Nicht erst heute: Es gibt eine Kontinuität von den ersten Überwachungskameras zur Gesichtserkennung, von mit Dampf geöffneten Briefen zu Entschlüsselungssoftware und vom Lauschen im Nebenzimmer zum Lasermikrofon. Mit neuen Innovationen soll der Repressionsapparat effizienter und Machtstrukturen verfestigt werden. Die genauen Wirkmöglichkeiten bleiben oft verschleiert, um den Abschreckungseffekt zu erhöhen.
Wir dürfen uns dadurch nicht einschüchtern lassen, sondern müssen die Herausforderung annehmen. Dabei sollten wir die Gefahren ernst nehmen, ohne uns dadurch zu lähmen.
Neue Technologien bedeuten auch neue Formen des Widerstands. Wir müssen das erkennen und unser Handeln anpassen.

Das heißt, wir müssen erkennen, was für Technologien zum Einsatz kommen, sie verstehen, sie uns aneignen, umkehren, hacken und Schwachstellen erkennen. Dafür müssen wir uns gegenseitig bilden, Erfahrungen sammeln und teilen. Wir müssen lernen, uns auf den verschiedenen Ebenen, auf denen der Staat versucht anzugreifen, zu verteidigen. Der Staat liest mit – wir verschlüsseln, der Staat hört zu – wir rauschen. Der Staat koordiniert sich – wir jammen die Kommunikation, der Staat schaut zu – wir blenden.

Bleibt mutig!

Wir haben mit unserer Aktion gezeigt, dass selbst die neueste Technologie angreifbar ist. Lass uns daraus Mut schöpfen auch den kommenden Aufrüstungen entgegenzutreten und weiter für eine Welt frei von Herrschaft und Kontrolle zu kämpfen. Die Zukunft wurde noch nicht gefilmt!

Video zur Aktion: https://vimeo.com/266265414 (Gerne zusammen mit der Erklärung verbreiten!)

Twitter: https://twitter.com/@kamerafehler
Gruppe Catch Me If You Can

Farbe und Steine auf Zalando-Standort Berlin/Zeughofstraße – Berlin, 22.03.2018

Quelle: https://de.indymedia.org/node/19224

Wir müssen die aggressivsten sein, so aggressiv, das alle überrascht sind!“

Oliver Samwer, CEO Rocket-Internet [1]

Mit diesen und ähnlichen Worten macht Mitgründer und Vorsitzender Oliver Samwer des sogenannten Internet-Inkubators Rocket-Internet weltweit auf sich aufmerksam. Ganz im Stil von Amazon & Co versucht der Konzern um die Vormachtstellung zu ringen. Es muss fast anerkennend gesagt werden, dass die „Unternehmensschmiede“ mit ihrer Copy&Paste-Strategie weltweit die kapitalistische Entwicklung und ausbeuterische Gewinnmaximierung auf die Spitze treibt. Selbst in der Höhle des Löwen, im Silicon-Valley, haben sich die selbsternannten Start-Up-Pioniere, alle Ehre gemacht. Zumindest den gefürchteten Ruf von Unternehmern, alles was nicht niet- und nagelfest ist, zu kopieren und unter neuen Label zu verkaufen.

Eines dieser sehr erfolgreichen Projekte ist Zalando. 2008 gegründet, erlangte das Unternehmen an Bekanntheit mit seinem Marketing-Slogan „Schrei vor Glück“ [2]. Unklar bei diesem Erfolg bleibt, ob es die Penetranz der Fernsehwerbeschleife war, die wohl so manchen Tinitus bescherte oder dessen dumm-dreißter Humor, welcher sich in das Erinnerungsvermögen der Menschen eingebrannt hat. Mittlerweile liegt der Unternehmenswert bei rund sechs Milliarden Dollar und hat sich zum größten Modehändler Deutschlands gemausert [3].

Doch auch wenn die zweifelhafte Samwer-Welt mit ihren Stiefelchen und Lackschühchen weitestgehend an uns vorbei geht, betrifft uns leider ihr aggressiv-unternehmerisches Gebahren nun auch ganz direkt. Ein riesen Scheißehaufen pflanzt sich in Form des neuen Zalando-Campus neben die Mercedes-Benz-Arena. 5000 neue Entwickler, Datenanalysten, Werbefachleute etc. werden dort dem Zalando-Imperium dienen [4]. Und nicht genug damit, kleckert es quer über das Berliner Stadtgebiet weitere Standorte. Am Ostbahnhof wird ganz dezent aus dem ehemaligen Kaufhof-Gebäude eine weitere Glasfestung aufgebaut, die ihren „modernen“ Schatten auf die Stadt werfen wird [7]. Ein paar Straßen weiter wurde das alte Gebäude der Post an der Skalitzer Straße ebenfalls zu einem Rocket-Tempel auserkoren. So erlebt der Privatklub, ein Veranstaltungsort für Konzerte,schon jetzt große Einschränkungen und rechnet damit seinen Betrieb räumen zu müssen, damit die innovativen Vibes der Start-Up-Community freien Lauf haben [6]. Als kleiner Lichtblick kann die Vertragskündigung mit dem Cuvry-Campus gesehen werden. Ursprünglich war auch hier ein großer Standort geplant [5].

Nun ist es aber auch keine ganz neue Entwicklung. Das früher mal anrüchig-alternativ anmutende Kreuzberg schwimmt mitten im trendigen Strom. In der schicken Zalando-Lounge / Zeughofstraße, sitzt die hippe Tech-Community in ihrer Shopping-Club-Zentrale. Die Start-Up-Factory am Görlitzer Park bietet ihren exklusiven Mitgliedern auf 14.000m² den größten Club für Innovation und Entwicklung Europas. Und auch Google sichert sich im Kiez seinen Platz an der Sonne und setzt (sich) gerade einen ordentlichen Haufen ins Umspannwerk/Kreuzberg.

So sorgt der Zuzug der wirtschaftlich sehr erfolgreichen Internet-Firmen samt ihren Angestellten für den Austausch ganzer Bevölkerungsschichten. Alteingesessene Spätis und Kneipen werden zu Fair-Trade-Schuh- oder Seifenläden. Ehemaliger Wohnraum wird zu exklusiven Apartments oder Ferienwohnungen.

Doch greift auch die unternehmerische Wertschöpfung auf einer anderen Ebene unsere Kieze an. Zunehmend lenkt der Global-Player seinen Blick auch auf die Immobilien dieser Stadt und presst seinen Gewinn aus dem Zuhause vieler Menschen, als wenn gerade ein weiteres Paar Schuhe verhökert werden soll. Durch gezieltes Einkaufen in Eigentümergemeinschaften zwingt Rocket-Internet die Objekte zur Teilversteigerung, um die Gemeinschaft aufzuheben und letztendlich in den gesamten Besitz der Immobilie zu gelangen [8].

Doch unser Hass gegenüber Zalando hört nicht bei der Gentrifizierung auf. Dieses Unternehmen steht sinnbildlich für die Industrie 4.0. Die Smart-ifizierung des Lebens wird mit aller Macht voran getrieben. So dringt die Technologie in jeden Bereich unseres Lebens vor und vernetzt diese miteinander. Was vordergründig als pure Philantrophie verkauft wird, ist stumpfer Geschäftssinn.

„Wir gehen davon aus, dass Marketing in Zukunft noch datenbasierter sein muss. Dafür brauchen wir einen höheren Anteil an Entwicklern und Datenanalysten“

Rubin Ritter, Co-Chef von Zalando[11]

Die Menschen zahlen doppelt: Mit ihrem Geld und ihren Daten. Was früher kaum jemand von sich Preis gegeben hätte, ist nun aus den Nutzer-Profilen ablesbar. Diese Informationen erlauben nicht nur die Vorhersage möglicher Bedürfnisse, sondern ermöglichen auch die direkte Steuerung. Werbung wird gezielt eingesetzt, Informationen fließen beiläufig im Hintergrund ein oder werden heraus gefiltert. Was vor noch gar nicht langer Zeit als paranoide Verschwörungstheorie abgetan worden wäre, ist heute allgegenwärtige Realität. Jüngste Schlagzeilen über Facebook sind da wenig überraschend [10]. In Nullen und Einsen drücken sich unsere Eigenschaften aus und Algorithmen erlauben die Zuordnung nach Wahrscheinlichkeitswerten und Statistik. Die pausenlose Inwertsetzung aller Lebensbereiche ist das schlagende Geschäftsmodell der New Economy.

In einem permanenten Rating und Scoring werden die zunehmend gläsernen Menschen bewertet. Ob Kunde oder Mitarbeiter, der ökonomische Wert bemisst sich an individuellen Handlungen und Äußerungen. Der Mensch ist nicht länger Eigentümer seiner Arbeitskraft und verkauft diese. Alle seine Eigenschaften und sein ganzes Selbst wird zum ökonomischen Gut. Allgegenwärtig wirkt dieser Zwang und formt uns zu einer normierten und disziplinierten Masse. Ein digitaler Taylorismus zerstückelt und reorganisiert nicht nur die Produktion, sondern auch unser Konsum- und Freizeitverhalten. Ein fast devoter Glaube an die Technologie und ihren Heilsversprechen lässt auf die Lösung aller gesellschaftlichen Probleme hoffen [9].

Doch genauso regt sich Widerstand in verschiedensten Ecken der Stadt. So haben schon offenkundig viele Angriffe mit Feuer, Steinen und Farbe gegen diese Entwicklungen stattgefunden. Frei nach dem Motto: „Schrei vor Glück – oder schick‘s zurück!“ geht unser ablehnender Gruß zurück an den Absender. Mit Farbe und Steinen haben wir in der Nacht vom 22.03.18 den Zalando-Lounge-Standort in der Zeughofstraße angegriffen.

Fuck off Google, Zalando and Factory Berlin!

Wenn nicht ohnehin schon mit Tor-Browser gelesen wird, weitere Links sollten spätestens nur so aufgerufen werden!

Quellen:

[1]https://www.facebook.com/media/set/set=a.10152944081254141.1073741828.9183509140&type=3

[2]https://www.youtube.com/watch?v=YR_GUH7pklY

[3]http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/zalando-steigt-ins-beauty-g…

[4]https://www.konii.de/news/colliers-international-zalando-campus-wird-in-…

[5]https://www.morgenpost.de/bezirke/friedrichshain-kreuzberg/article213789…

[6]https://www.qiez.de/kreuzberg/wohnen-und-leben/privatclub-kreuzberg-club-gentrifizierung-rocket-internet/182798656

[7]https://www.morgenpost.de/bezirke/friedrichshain-kreuzberg/article213654…

[8]https://unserblockbleibt.wordpress.com/tag/eigentuemergemeinschaft/

[9]https://makeamazonpay.org/broschuere/

[10]http://www.spiegel.de/netzwelt/web/facebook-in-der-krise-zu-gross-um-nic…

[11]https://www.golem.de/news/marketing-zalando-ersetzt-beschaeftigte-durch-algorithmen-1803-133259.html

Werbung auf den Kopf stellen gegen den Google Campus – Berlin, 31.01.2018

Quelle: https://de.indymedia.org/node/17580

Heute hat das Kommunikationsguerillakommando Roter Oktober in Kreuzberg rund um den geplanten Google Campus Adbustings in Bushaltestellen angebracht. Unter dem Motto „Werbung auf den Kopf stellen“ wurden wurden die Werbevitrinen aufgemacht, Plakate umgedreht und ein Zettel drübergeklebt mit dem Text: „Werbung auf den Kopf stellen – Offline und Online! Autonome Zentren statt Google Campus!“ Für weitere Informationen verweist das Kommando Roter Oktober auf die Webseiten googlecampusverhindern.blogsport.de und fuckoffgoogle.de.

Heute hat das Kommunikationsguerillakommando Roter Oktober in Kreuzberg rund um den geplanten Google Campus Adbustings in Bushaltestellen angebracht. Unter dem Motto „Werbung auf den Kopf stellen“ wurden wurden die Werbevitrinen aufgemacht, Plakate umgedreht und ein Zettel drübergeklebt mit dem Text: „Werbung auf den Kopf stellen – Offline und Online! Autonome Zentren statt Google Campus!“ Für weitere Informationen verweist das Kommando Roter Oktober auf die Webseiten googlecampusverhindern.blogsport.de und fuckoffgoogle.de.

Feuer, Steine und Farbe gegen Start-up Factory – Berlin, 08.11.2017

Quelle: https://chronik.blackblogs.org/?p=7048

Viele Texte wurden schon zu Hamburg verfasst. Noch immer sitzen Gefährt*innen im Knast und sollen für die traumhaften Augenblicke, in denen wir die alltägliche Gewalt des Staates und der Gesellschaft einmal an die Absender*innen zurückschicken konnten, büßen.

Die Frage, die wir uns stell(t)en ist: Wie geht’s nun weiter?

Wir möchten an die Dynamik von Hamburg anknüpfen. Es hat sich gezeigt, dass viele Menschen bereit sind gegen die bestehenden Zustände kämpferisch auf die Straße zu treten, gleichzeitig konnte mit den erkämpften Freiräumen der Bedarf nach eben diesen aufgezeigt werden.

Neben Diskussionen, Texten, Treffen, Freundschaften und vielen weiteren Produkten der Zusammenkünfte rund um den G20 Gipfel, stand der Angriff im Mittelpunkt der Selbstorganisierung an den Tagen vor, während und nach dem Gipfel.
Während unsere Gegner sich bestimmt schon auf den nächsten Repressionsschlag vorbereiten, sollten wir das dort Erlebte und vielleicht auch Erlernte ausbauen.

Während sie Durchsuchungsbeschlüsse ausstellen, die Zellentür unserer Freund*innen in Hamburg und Überall zuschließen, neue Überwachungsgesetze schreiben, das Klima weiter verpesten, unsere Freund*innen in Südamerika, Afrika, Asien und überall auf der Welt aushungern und ausbeuten, unsere Kieze zerstören, unsere Wohnungen räumen…
       sollten wir die Zeit nutzen, um zum Gegenangriff überzugehen.

Nur eine Kultur des Widerstandes auf allen Ebenen und in allen Formen kann uns die Möglichkeit geben dieses Leben etwas erträglicher zu gestalten und Perspektiven schaffen, die vielleicht eines Tages zum schönen Leben für alle reichen.

Die Berliner Innenstadt ist so gut wie ausverkauft. Neben hunderter sogenannter Investor*innen, die ihre Kohle mit dem Bedarf an Wohnraum verdienen, investieren nun die „großen“ in der Berliner City. Google, Zalando und co. kommen und möchten ein Stück vom Kuchen der Berliner „Smartcity“.
Der Förderung und Ansiedlung der Start-up Szene kommt eine wichtige Bedeutung zu. Der Traum vieler junger Leute, mit einer guten Idee reich und „unabhängig“ zu werden, ist das Trugbild mit denen uns die eigentlichen Profiteur*innen verarschen.
Wohnraum wird verdrängt, teure Cafes, Luxusrestaurants und Hotels werden angesiedelt, Bürokomplexe hochgezogen, Brachflächen zum Geschäftsraum.

Sie wissen, dass sie ihr geliebtes Projekt nur halten können, wenn sie es mit Securities und Objektschutztstreifen beschützen. Beliebt sind sie nur bei denjenigen, die woanders wohnen und davon profitieren oder sich die neue Miete im Kiez leisten können. Alle anderen stellen verständlicherweise eine permanente Bedrohung für die schicke neue Glasfassade dar.

Wir haben keine Lust in einer Hochglanzstadt nach Londoner Vorbild zu leben, wir wollen unsere Wohnungen behalten und lieben unsere Brachen, die oft Lebens(t)raum verschiedener Leute waren.
Wir finden Technologien sollen Menschen helfen, statt sie auszubeuten, zu überwachen und Mittel zum Zweck der Profimaximierung zu sein. Die Gesichtsausdrücke derer, die in der U-bahn sitzen und stumpf auf ihre Handys blicken, sind Ausdruck und Schaubild einer Gesellschaft, die sinnentleert konstruierten Bedürfnissen hinterherrennt, statt sich auf Freundschaft, Solidarität, Liebe und Gemeinsamkeiten zu beziehen.

Der Welt der Arbeit, (Selbst)Ausbeutung und Vereinzelung gilt es entschieden entgegenzutreten.

Aus diesem Grund haben wir uns mit einigen Menschen zusammengetan und der neuen Start-up Factory in Berlin Treptow zur Teileröffnung gratuliert, indem wir Steine, Farbe und einige Mollis an die Fassade warfen und in einem Gebäudeteil stinkende Flüssigkeiten verteilten.
Anfangs loderten die Flammen noch hoch, leider erlosch das Feuer aber recht schnell. Auch wir bemühen uns um eine Optimierung unserer technischen Abläufe….Versprochen!

Warum die Factory?

Die Factory hat mehrere Standorte in Berlin, ihr inoffizielles Zentrum ist seit Sommer 2014 der Berliner Start-up-Campus in der Rheinsberger Str. 76/77. Dort treffen Start-ups auf etablierte Unternehmen wie die Deutsche Bank, Schaerffler die Telekom und viele mehr.
Ziel der Factory ist es, den Start-up Standort Berlin zu stärken. Gründerszene und Old Economy sollen sich ergänzen und besser vernetzt werden. Die Start-ups profitieren von den Etablierten, was Erfahrung, Struktur und Kapitalisierung betrifft und die Konzerne profitieren in Form von Innovation, Kreativität und Geschwindigkeit.
Die Factory-Dependance am Görlitzer Park in der Lohmühlenstr. 65 dürfte das Original von der Dimension her noch weit in den Schatten stellen: Das Backsteingebäude erstreckt sich über fünf Etagen, auf den 14.000 Quadratmetern sollen demnächst bis zu 1000 Kreative arbeiten. „Das ist das größte Clubhaus für Start-ups in Europa“, sagt Factory-Vorstand Lukas Kampfmann.
Doch das Gebäude haben die Factory-Macher*innen nicht verlassen vorgefunden, nach dem Kauf im Vorjahr wurden etwa 150 Mieter*innen gekündigt, die zuvor jahrelang Ateliers und Büroräume gemietet hatten. Die verschiedensten Atelier- und Bürogemeinschaften, darunter Grafiker*innen und Übersetzer*innen, Wissenschaftler*innen, eine Gemeinschaftspraxis von Psychotherapeut*innen und ein Ausbildungsrestaurant, wurden gekündigt.

Auf der Investorenseite stoßen wir auf einen alten Bekannten, den Immobilienspekulanten Boris Gregor Marweld. Er war Hausverwalter des Eigentümers Marc Walter, welcher 2005 maßgeblich an der Räumung des linken Wohnprojekts Yorck59 beteiligt gewesen ist. Mehrfach wurden Bewohner*innen der York59 tyrannisiert und mit der Parole „Häuser denen, die sie bezahlen können!“ macht er klar, welche Kriterien für ihn maßgeblich sind – Geld haben oder eben nicht. Marweld erwarb das Gebäude in der Lohmühlenstrasse mit seiner Firma »JoLo Berlin Liegenschafts-GmbH« für 23 Millionen Euro. Die »JoLo GmbH« wurde nach dem Kauf der Lohmühle in »L65 Grundbesitz GmbH« umbenannt, Geschäftsführer ist nun nicht mehr Marweld, sondern Stefan Klemm. Auf der Homepage von Marwelds neuer Firma »Formac Consult Real Estate GmbH«, führte er die Lohmühle jedoch weiter als »aktuelles Projekt«.

Ausblick

Unsere Solidarität gilt auch den Kämpfenden zum BlackFriday gegen die Ausbeutung durch den Amazon Konzern.
Beteiligt euch kreativ an den Protesten!

Den staatlichen Institutionen ist klar, dass unsere Kritik ihm gefährlich werden kann. Das Verbot von ‚linksunten.indymedia.org‘ ist die direkte staatliche Konsequenz, die auf die Erfolge der Organisierungen in Hamburg folgt und eine reine Zensur unserer Inhalte. Ein Video unserer Aktion soll ein kleiner, wärmender und solidarischer Gruß sein, an unsere Gefährt*innen, die von der staatlichen Repression betroffen sind und an diejenigen die sich in Haft befinden.

Staat, Bullen, Investor*innen – Amazon, Google, Zalando & co. – Fickt euch alle!

Für die Freiheit!

Quelle: Indymedia

Farbe gegen Google Campus Berlin, 22.08.2017

Quelle: https://chronik.blackblogs.org/?p=6856

In Kreuzberg haben Unbekannte am Montagabend ein Bürogebäude in der Ohlauer Straße mit Farbe beschädigt. Es handelt sich um das ehemalige Umspannwerk, das zum Google Campus umgebaut werden soll.

Nach Angaben der Polizei vernahmen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes gegen 20.15 Uhr Knallgeräusche und entdeckten kurz darauf diverse Farbflecken an der Klinkerfassade des Gebäudes in der Ohlauer Straße. Zudem wurden zwei Schriftzüge auf einer Länge von circa drei und sechs Metern festgestellt. Fünf in unmittelbarer Nähe geparkte Autos wurden durch Farbspritzer ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.

Der Staatsschutz beim Landeskriminalamt ermittelt wegen Sachbeschädigung mit politischem Hintergrund.

Quelle: Tagesspiegel

Kaputte Scheiben für Restaurant „Vertikal“ – Berlin, 01.03.2017

Quelle: https://chronik.blackblogs.org/?p=5758

Wir haben uns dazu entschlossen gemeinsam aktiv zu werden und haben am abend des 01.03.17 das restaurant ‚vertikal‘ in der reichenberger str. im offenen betrieb entglast. Das restaurant ist derzeit ein faktor, an dem sich die verdrängung in kreuzberg aufzeigen lässt und ist durch ihre expansionspläne direkt für das ende des ‚cafe filou‘ mitverantwortlich.

Unsere aktion steht im kontext der organisierung des stadtteils gegen diese verdrängungspolitik. Wir wollen dem treiben von investor_innen und eigentümer_innen, von firmen wie ‚google‘, der politik und letztendlich der bullen, die diese schweinereien durchsetzen nicht tatenlos zusehen. Wir wollen die widersprüche aufzeigen, von der vertreibung von obdachlosen aus ihren zelten, bis zur schleichenden verdrängung von menschen aus ihren stadtteilen.

Die sog. ‚aufwertung‘ ist alltag- steigende mieten, konkurrenzdruck auf der arbeit, die verwertung unseres lebens- ist alltag- ist das leben in der kapitalistischen gesellschaft.

Ihr seid schockiert über diese aktion, aber es trifft die richtigen. Sie wollen diktieren was in das ‚konzept des kiezes‘ passt, aber der kiez das sind wir alle!

Wir wünschen uns das wir im kampf gegen die ignoranz der herrschenden und besitzenden solidarisch bleiben. Das wir uns nicht aufgrund des ausdrucks unseres kampfes spalten lassen, den gemeinsam lässt sich der druck erzeugen, vor dem sie sich fürchten.

Wir solidarisieren uns mit den kämpfen gegen die gentrifizierung weltweit. Ob im stadtteil oder auf der bühne der G20 in hamburg- für ein widerständiges jahr 2017.

in hamburg sagt man tschüss!

Quelle: Linksunten

Farbe gegen Google Niederlassung – München, 07.11.16

Quelle: https://chronik.blackblogs.org/?p=4840

Wir haben in der Nacht vom 6.11. auf den 7.11.16 den Hauptsitz von Google in München großflächig mit rotem Lack und Bitumen eingefärbt

(Informationen sind Macht. Wer sie besitz ist mächtig.) Das zentrale Geschäftsfeld von Google ist die kapitalistische Verwertung von Informationen, was den Konzern zu einem der mächtigsten Konzerne der Welt macht.

Durch die Aufzeichnung von Suchabfragen und das Scannen sämtlicher über GMail verschickter Mails lassen sich nach wenigen Monaten präzise Dosiers über unser Verhalten und dessen Vorhersagbarkeit erstellen. Die Entmündigung menschlicher Fähigkeiten ist eines der Geschäftsziele von Google – das Abhängig machen von seinen Diensten.

Wie bei jedem kapitalistischen Unternehmen basiert der Reichtum von Google auf der Ausbeutung seiner Mitarbeiter_innen. Doch Google ist mehr: sein Geschäftsmodell ist der Versuch der Vermessung der Welt. Dabei geht es nicht nur um die kartografische Erfassung der Erde, sondern um eine möglichst vollständige Erfassung menschlichen Verhaltens. Die von Google abgeschöpften Daten werden bereits Heute kommerziell verwertet: für Marktanalysen, auf Kunden abgestimmte Werbung, zur Manipulation usw. All das ist nur der 1. Schritt. Die Analyse der Daten soll eine immer weitergehenden Vorhersage menschlichen Verhaltens in allen Lebensbereichen ermöglichen. Google weiß mit wem wir kommunizieren und will wissen was wir denken und denken werden.

Dieses Wissen und millionenschwere firmeninterne Forschungsprogramme wie Google Brain sollen in letzter Konsequenz die Schaffung künstlicher Intelligenz ermöglichen. Die Google-Strategen entwickeln dabei Szenarien in denen Menschen in wenigen Jahrzehnten durch künstliche Intelligenz ersetzbar sind. Was als Versprechen eines Lebens ohne Arbeit und Ausbeutung daherkommt bedeutet unter kapitalistischen Bedingungen nichts anderes als das überlüssig machen eines Großteils der Menscheit.

Nicht ohne Grund hat sich die Singularity Unversity in direkter Nachbarschaft zum Hauptsitz von Google in Silicon valley angesiedelt. Die als Elite Universität konzipierte Einrichtung welche Führungskräfte aus der ganzen Welt in den Bereichen KI, Robotik, Nanotechnologie, Bioinformatik, Medizin und Netzwerktechnik ausbildet ist einer der maßgeblichen Vetreter der transhumanistischen Bewegung. Auf ihrer Eröffnungszeremonie fanden sich neben der Führungsriege von Facebook auch Personen wie Ray Kurzweil und Larry Pager ein (Mitbegründer von Google) der eine Eröffnungsrede hielt. Ziel des Transhumanismus ist die Verschmelzung von Mensch und Technik. Nach ihrer Einschätzung wird das menschliche Gehirn bis 2030 komplett erforscht sein was die Möglichkeit erschafft sich in einem Postbiologischen Leben zu verewigen (einem Backup von einem selbst das in Computersystemen weiter existieren soll). Transhumanist_innen sind davon überzeugt das der Ausweg aus einer Welt die sie maßgeblich mit zerstört haben im Übergang von Mensch zur Maschine liegt. Ihre Akteure setzen sich aus aus einer ultra neoliberalen Rechten zusammen, welche ihren Ausgangspunkt im Machzentrum von Silicon Valley hat.

Das zugrundeliegende Effizinzdenken über fehlbare Körper die altern und krank werden können hat schon heute seine konkreten Auswirkungen auf Mitarbeiter_innen im IT-Sektor in Form von Eizellen-Einfrierung um die Ausfälle von Frauen im fruchtbaren Alter zu reduzieren.

Neben den ersten erfolgreichen Angriffen auf Google Shuttle-Busse in San Francisco die zur einer großen Verunsicherung innerhalb von Google geführt haben wurde die Einführung von Google Glasses bereits auf unbestimmte Zeit verschoben. An diese Erfolge kann anzuknüpft werden in dem wir Google auf allen nur denkbaren Ebenen sabotieren!

Die schöne neue Google-Welt demaskieren und angreifen!
Für ein Leben jenseits von Kontrolle, Macht und Ausbeutung!

Quelle: Linksunten

Paint-bomb Attack against Google – Munich, 07.11.16

Source: https://chronik.blackblogs.org/?p=4879

During the night of 06.11. to 07.11.16 we attacked Google headquarters in Munich with red lacquer and bitumen. (Information is power, who owns it is powerful.) The main business of Google is the capitalistic utilization of information, which makes them one of the most powerful corporations in the world.

By recording search queries and scanning all emails sent via Gmail, precise information can be generated regarding our behavior and its predictability after just a few months. The incapacitation of human skills is one of the business goals of Google – dependency on its services.

As with any capitalist company, Google’s wealth is based on the exploitation of its employees. But Google is more: Its business model is an attempt to survey the world. This is not just a cartographic recording of the earth, but also a complete collection of human behavior. Google’s data is already being commercialized today: for market analysis, customer-tailored advertising, manipulation etc. All this is only the first step. The analysis of this data is intended to enable an ever-widening prediction of human behavior in all areas of life. Google knows with whom we communicate and wants to know what we say and think.

This knowledge and the millions of internal company research programs such as Google Brain could ultimately enable the creation of artificial intelligence. The Google strategists develop scenarios in which people can be replaced by artificial intelligence within a few decades. What comes as a promise of a life without work and exploitation means, under capitalist conditions, that a large part of humanity will become unnecessary.

It is no coincidence that the Singularity University is located right near Google’s headquarters in Silicon Valley. As an elite university, the institute that educates managers from all over the world in the fields of AI, robotics, nanotechnology, bioinformatics, medicine and network technology is one of the leading representatives of the transhumanist movement. In addition to the leadership of Facebook, people like Ray Kurzweil and Larry Pager (co-founder of Google) gave speeches at its opening ceremony. The goal of transhumanism is the fusion of humans and technology. According to their assessment, the human brain will be fully mapped by 2030, creating the possibility to immortalize oneself in a post-biological life (a backup that will exist in computer systems). Transhumanists are convinced that the way out of a world which they have decisively destroyed is the transition from human to machine. Its main players are made up of an ultra-neo-liberal right which has its starting point at the Silicon Valley manufacturing center.

The basic idea of efficient thinking regarding fallible bodies that become old and sick has already had a concrete impact on employees in the IT sector with the introduction of oocyte freezing to reduce infertility in women.

In addition to the first successful attacks on Google shuttle buses in San Francisco which led to a great uncertainty within Google, the introduction of Google Glasses has already been postponed indefinitely. These successes can be linked by sabotaging Google at all possible levels!

Unmask and attack the beautiful new Google world!
For a life beyond control, power and exploitation!

Source: Linksunten